585 NZ 30431-71/74 Universitätsbibliothek Greifswald 
Buchbesprechungen 
Ellinor v Puttkamer (Bearb.), Geschichte des Geschlechts v Puttkamer 2. stark veränderte 
Aufl. Neustadt/Aisch: Degener & Co. 1984, X, 884 S., 28 Abb., davon 5 farbig 
(= Deutsches Familienarchiv, Bd. 83/84). 
In der bewährten Buchreihe des »Deutschen Familienarchivs«, doch auch als Sonderveröf 
fentlichung erhältlich, erschien nach langwierigen Vorarbeiten im vergangenen Jahr die 2. Auf 
lage der »Geschichte der Herren, Freiherren und Grafen v. Puttkamer« von Ludwig Clericus 
Berlin 1878/80). Was sich hier bescheiden als Neubearbeitung ausgibt, ist aber in Wahrheit eine 
»völlig neu konzipierte« Geschichte dieses bedeutenden pommerschen Adelsgeschlechts, wie 
der Vorsitzende des Geschlechtsverbandes in seinem Geleitwort mit Recht hervorhebt, die ne 
ben vielen Mitarbeitern, Helfershelfern und Familienmäzenen im wesentlichen der »Bearbeite 
rin« zu verdanken ist: Dr. Ellinor v Puttkamer als Professorin für Vergleichende Verfassungs 
geschichte an der Universität Bonn durch zahlreiche andere Veröffentlichungen ausgewiesen 
und als erster weiblicher Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat in Straßburg 
weithin bekannt geworden, war als Archivarin des Geschlechterverbandes (seit 1968) auch 
für diese Aufgabe bestens gerüstet und ist darüberhinaus den Lesern der »Baltischen Studien« 
durch eigene Beiträge und ihre Mitarbeit in der Schriftleitung gut bekannt. Es ist dem Rezensen 
ten daher ein Vergnügen, an dieser Stelle auf diese neue Publikation hinzuweisen, zumal es die 
Bearbeiterin verstanden hat, die nüchternen genealogischen Daten nicht nur durch Kurzbiogra 
phien einzelner Glieder des Geschlechts und seiner Äste Granzin-Jeseritz und Vietzke-Pansin 
(= 1. Linie), Altes Barnow, Versin-Sellin, Zettin-Treblin(= 2. Linie), D'arsin-Pottangow, Kle- 
schinz-Damerkow, Altes Glowitz, Altes Nossin, Altes Lossin-Krampe, Nossin-Deutsch Plas- 
sow-Lossin, Wohin-Jüngeres Nossin und Schluschow (= 3. Linie) zu beleben, sondern diese 
Personalangaben auch territorialgeschichtlich »einzubetten«. E. v. Puttkamer (Versin) stellte 
nämlich dem Band einen Überblick über die Geschichte des Schlawe-Stolper Landes (auf 140 
Seiten) voran, den sie damit begründet, daß »die Geschichte dieser Gebiete zugleich ihre eigene« 
Familiengeschichte ausmache. Daß dies keine adelsstolze Übertreibung darstellt, zeigt die Stan 
des- und Gütergeschichte der »bodenständigen« Puttkamers in 600 Jahren nur allzu deutlich. 
Sie prägten die Entwicklung in einem Teil von Hinterpommern insbesondere in den ehemals 
preußischen Kreisen Stolp, Schlawe, Rummelsburg und einem Teil von Bütow, also in einer 
Gegend, die selbst aus der Sicht von Stettin und Wolgast her noch »abgelegen« erschien. Der hi 
storische Überblick der Verfasserin, der nicht nur von einer bemerkenswerten Beherrschung 
der landesgeschichtlichen Sekundärliteratur, sondern auch der gedruckten Quellen (wie aller 
zehn Bände des »Pommerschen Urkundenbuches«, sämtlich erst nach Erscheinen der Erst 
auflage herausgekommen) zeugt, endet mit dem Zusammenbruch der gewachsenen, doch seit 
mindestens der Mitte des 19. Jahrhunderts auch nicht mehr »rückständigen« Verhältnisse des 
Landes und damit der Lebensbedingungen seiner adeligen Bewohner im Jahre 1945. 
In der Szwenzonenfrage (S. 151 ff.) bzw. der These der Abstammung der Familie v Puttkamer Puttkamer 
von dem um 1300 einflußreichen pommerellischen Geschlecht der Szwenzonen verhält sich 
die Verfasserin vorsichtig bzw. abwartend. Sie nimmt nicht mehr, wie bisher in der Familientra 
dition üblich, die Behauptung für den Beweis, sondern zitiert vielmehr F. Morre mit seiner ur 
kundlich geprüften Erkenntnis, »daß es für die direkte Fortsetzung der Swenzonen mit den 
Puttkamer keinen Beweis gibt« (1939); die Abstammungsverhältnisse werden erst seit der Mitte 
des 14. Jahrhunderts an klarer. Mehr läßt sich wegen der widrigen mitteldeutschen und polni 
schen Archivverhältnisse gegenwärtig nicht dazu sagen. Die Verfasserin hat darauf verzichtet, in 
diesen Fragen weiterführende Archivstudien zu betreiben, andernfalls wäre diese Familienge- 
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