585 NZ 30431-59/62 
Universitätsbibliothek Greifswald 
schichte des 16. Jahrhunderts, in der Briefe, Synodalakten u. a. m., teils im Original, teils in Ab 
schrift, vereinigt sind (1074 S.) und die ebenso wie die in Balt. Stud. N. F. 57, 1971, S. 103 er 
wähnten Handschriften der Ratsbücherei Lüneburg für uns erheblichen Quellenwert besitzt. Wie 
viele der in dem Bande beschriebenen 187 Handschriften, von denen 80 Material zur deutschen 
Reichs- und Territorialgeschichte enthalten, noch nicht aus der kriegsbedingten Verlagerung zu 
rückgekehrt sind, sondern sich in der Deutschen Staatsbibliothek in Ost-Berlin und im Deutschen 
Zentralarchiv in Potsdam befinden, wenn sie nicht überhaupt verschollen sind, so wird auch die 
Handschrift 198 derzeit noch in Berlin verwahrt. 
Hamburg Dietrich Kausche 
Stadt und Land in der Geschichte des Ostseeraums. Wilhelm Koppe zum 65. Geburtstag über 
reicht von Freunden und Schülern. Hrsg. v. Klaus Friedland Lübeck: Verlag Max Schmidt-Röm- 
hild 1973. 212 S. Gzl. 68 DM. 
Bei dieser Festschrift für den Kieler Historiker Wilhelm Koppe, deren Herausgabe von einem 
seiner ersten Doktoranden besorgt wurde, liegt das Hauptgewicht - mehr, als es sonst bei solchen 
Jubiläumsgaben der Fall zu sein pflegt - auf den Arbeiten der Schüler des Jubilars, in denen sich 
natürlich auch sein wissenschaftliches Werk widerspiegelt. So finden wir hier außer zehn Auf 
sätzen und Miszellen, von denen sechs von Fachkollegen und vier von Schülern Koppes beige 
steuert wurden, nicht nur ein Verzeichnis der neun (zwischen 1952 und 1969 angenommenen) im 
Druck veröffentlichten Dissertationen aus seiner Schule; es ist der Redaktion darüber hinaus ge 
lungen, für weitere acht von insgesamt neun von Koppe betreuten, imgedruckt gebliebenen Dis 
sertationen aus den Jahren 1951-1959, deren Ergebnisse verständlicherweise all zu leicht über 
sehen werden, kurze Zusammenfassungen vorzulegen, von denen sechs von den Verfassern selbst, 
zwei von der Bearbeiterin dieses Teils, Monika Zmyslony stammen. Überdies handelt es sich bei 
einer der Miszellen um die Kurzfassung einer Magisterarbeit aus derselben Schule. Den Ab 
schluß bildet ein Verzeichnis der eigenen Arbeiten des Jubilars. 
Wenden wir uns nun dem Inhalt des Bandes zu, so erscheint die Gesamtüberschrift, die man ihm 
gegeben hat, nicht sehr glücklich. Darf man das ganze Schleswig-Holstein dem Ostseeraum noch 
bedingt zurechnen, so ist das jedoch bei Bremen England oder den Shetland-Inseln, der Stadt 
Herford oder dem Herzogtum Braunschweig sicher nicht der Fall. So können aus dem Aufsatz 
teil die Beiträge von Karl Jordan („Heinrich der Löwe und Bremen“ Karl-Friedrich Krieger 
(„Der Rechtsschutz der deutschen Hansekaufleute in England unter König Eduard I“ Klaus 
Friedland („Der hansische Shetlandhandel“), Rainer Pape („Anton Fürstenaus Kampf um die 
Reichsfreiheit der Stadt Herford“) und Kurt Jürgensen („Die Anfänge der Zuckerrübenwirtschaft 
im Herzogtum Braunschweig“ hier gänzlich außer Betracht bleiben. Kjell Kumlien („Västeräs, 
ein Vorgänger Stockholms“) macht wahrscheinlich, daß nicht etwa Birka oder Sigtuna als Vor 
gänger Stockholms, das erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Ausfuhr von 
Eisen und Kupfer größere Bedeutung als Handelsort gewann, anzusehen ist, sondern Västeräs 
am Mälarsee, das schon lange vorher bestanden hat. Ahasver von Brandt („Zwei Schweden des 
14. Jahrhunderts in Lübeck und anderswo“) berichtet auf Grund einer besonders günstigen Quel 
lenlage über zwei Schweden einen Kleriker und Notar sowie einen adligen Flüchtling aus Finnland 
die sich in deutschen Ostseestädten niederließen. Berta Ewald-v. Bockeimann gibt einen 
Überblick über „Die Lösung der preußischen Stände vom Deutschen Orden“ um die Mitte des 
15. Jahrhunderts. Während Reimer Hansens Beitrag („Vom Holmekloster zu Rantzausholm“) 
sich mit Heinrich Rantzaus Geldverleih an die dänische Krone und dem damit verbundenen An 
kauf von Krongütem in den 1560er Jahren beschäftigt, behandelt Hartmut Lehmann „Das 
Hauptstadtproblem in Schleswig-Holstein seit dem 16. Jahrhundert“ in seinen „Bemerkungen 
zum Typ eines Landes mit mehreren Hauptstädten und starken Außenzentren“ (Kopenhagen, 
Hamburg Lübeck 
Auch aus dem zweiten Teil, der die Forschungsergebnisse der ungedruckten Dissertationen ent 
hält, berührt einiges den Ostseeraum gar nicht oder nur am Rande. Das gilt vor allem von den 
Arbeiten von Volker Jasper-Tönnies („Zur Wirtschaft des Klosters Preetz im 16. Jahrhundert“) 
und Herbert Föge („Bremer Bergenfahrt und Bergenfahrer vom 16. bis 18. Jahrhundert“), aber 
auch von der Dissertation von Peter Hou („Das Bistum Lübeck und die Grafschaft Holstein im 
Mittelalter“), deren Inhalt im Untertitel mit „Untersuchungen über das Verhältnis des Lübecker 
Bistums und seines Bischofs zur Grafschaft Holstein und zum (schleswig-)holsteinischen Landes- 
herm“ umschrieben wird. Sehr knapp referiert Burchard Scheper über seine inhaltsreiche und - 
trotz der für ihre Verbreitung ungünstigen Form der Vervielfältigung - oft zitierte Untersuchung 
über „Anfänge und Formen bürgerlicher Institutionen norddeutscher Hansestädte im Mittelalter“, 
152
	        
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