Signatur: 585/ NZ 30431-47/49 
Universitätsbibliothek Greifswald 
Abt V. Versicherungsabteilung 
1. Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft. 
2. Haftpflicht Versicherungsanstalt. 
3. Sonstiges Versicherungswesen: Viehseuchenschutz, Gemeindeunfallversicherungs- 
verband, Witwen- und Waisenkasse für Kommunalbeamte sowie Seeunfallver- 
sicherung. 
Abt VI. Abteilung für Kulturpflege 
Denkmalpflege, Naturschutz, Museumswesen, Heimatpflege, Förderung der Wissen 
schaften, Volksbildungswesen, kulturelle Ostaufgaben. 
Jede der sechs Abteilungen wurde von einem Landesrat oder Landesbaurat geleitet, dem 
die erforderliche Anzahl von Provinzialverwaltungsräten (als Sachbearbeiter), die - wie 
die Landesräte - bis 1933 grundsätzlich“ Akademiker mit abgeschlossener Hochschul 
bildung waren, nebst dem benötigten Büropersonal zur Verfügung stand. Die Zu 
sammenlegung der ursprünglich zehn Abteilungen auf nur fünf führte dazu, daß schon 
im Jahre 1935 die Hälfte aller Landesräte nicht mehr in der Provinzialhauptverwaltung 
diensttatig war". Die akademikerfeindliche Einstellung des Gauleiters trug deutlich ihre 
Früchte: Im Jahre 1942 war - außer dem im Felde stehenden Landesbaurat für das 
Straßenwesen“ - nur noch ein einziger Landesrat“ aus der Zeit vor der „Machtergrei 
fung" im Amte. Die freigewordenen Stellen wurden ausschließlich durch „bewährte 
Parteigenossen", möglichst durch Gauamtsleiter und in der überwiegenden Mehrzahl 
durch land- und berufsfremde Nichtakademiker", besetzt. Diese Art von Personalpolitik 
beschränkte sich nicht auf die Besetzung der leitenden Stellen, sondern weitgehend auch 
auf die des übrigen Personals, vor allem in der Technischen Abteilung. 
D. Schlußbemerkungen 
Arbeitsstätte der Provinzialverwaltung war das im Jahre 1928 bezogene neue Landes 
haus an der Quistorpaue in Stettin“ Zur großen Baugruppe des Landeshauses gehörte 
auch die unmittelbar neben ihm gelegene Dienstwohnung des Landeshauptmanns, die 
“ Eine Ausnahme machte der der SPD angehörende Landesrat Mainzer, der Mitglied des 
Provinziallandtages und Provinzialausschusses war; er war schon 1933 auf Grund des § 4 des 
Ges. zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 entlassen worden. 
" Landesrat Dr. Stange, Leiter des Landeswohlfahrtsamtes, wurde vorzeitig pensioniert, 
Landesbaurat Viering erhielt das Amt des Provinzialkonservators (siehe Fußnote 62), Landesrat 
v Unwerth wurde Stellvertreter des Generaldirektors der Feuersozietät, und Landesrat Drews 
betreut (1939 wurde er an die LVA versetzt, siehe Fußnote 60). 
“ Die Straßenbauabteilung blieb von Einwirkungen des Gauleiters - namentlich auch in per 
soneller Beziehung - völlig verschont, nachdem er bei dem Versuch, die Straßenbauabteilung 
in die Technische Abteilung einzugliedem und sie derem Leiter, einem Nichtfadimann (vgl. 
Fußnote 62), zu unterstellen, auf den energischen Widerspruch des Generalinspektors für das 
Deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, gestoßen war. 
“ Es war dies Landesrat Cerdce, der Leiter der Versicherungsabteilung (vgl. Fußnote 58). Schon 
vor 1942 waren außer den in den Fußnoten 63 und 64 Genannten, drei weitere Landesräte aus 
der Hauptverwaltung ausgeschieden: Prömmel durch Tod, Dr. Neumann-Silkow durch Über 
nahme in die Gauselbstverwaltung des Warthegaus und der Verfasser durch Übernahme des 
" Einziger neu einberufener Vollakademiker war der zum Vertreter des Landeshauptmanns 
ernannte Landesrat Dr. Berger; aber auch er stammte weder aus Pommern nodi aus der Selbst 
verwaltung. Auch Landesrat Ventzki Nachfolger von Landesrat Dr. Stange, war Vollakademiker 
gewesen, aber in die Gauselbstverwaltung des Warthegaus übernommen und durch den Nicht 
akademiker Hube ersetzt worden. 
98
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.