Full text: Baltische Studien (Jg. 15, Heft 1/2, 1853/54)

nämlich dadurch, daß man rund um das Grab her einen kleinen 
freien Raum läßt, wenn auch nur von drei bis vier Fuß Breite, 
und diesen freien Raum kreisförmig mit einer Hecke von Weißdorn 
umpflanzt, welche Ivenig kostet und leicht wächst. Dadurch erhält 
das so eingksriedigle alte Grab der Vorzeit sogleich das Ansehn eines 
Ortes, welcher geschützt und beachtet werden soll, und der Aufmerk¬ 
samkeit jedes Betrachters empfohlen ist; eines Ortes, der nicht blos 
dazu da ist, daß man Steine aus ihm zu einer Steinmauer, chder 
zu Pfosten und Ruhesitzen int Garte», hole. Der Anblik des alten 
Denkmales gewinnt durch das dasselbe umgebende Grün an Schön¬ 
heit und Anmuth. 
Bei dem Hofe Ouoltitz auf JaSmund liegt jener alte große 
Opferstein, welcher eins der seltensten und schönsten Denkmäler 
dieser Gattung in ganz Deutschland ist, mitten im Kornfelde. Der 
Hafer stand an allen Seiten dicht an ihn hinan, als ich den Stein vor 
einigen Jahren besuchte, und man durchschritt das Korn, um zu ihm 
hinzugelangen. Wenn um dies so sclrene und merkwürdige Denk¬ 
mal der Vorzeit ein kleiner freier Rauni gelaßen, und dieser mit 
einer Weißdornhecke eingeschloßen würde, wird der Anblick des Steines 
viel schöner und malerischer werden, und auch der weniger gebildete 
Mensch wird dann sofort darauf aufmerksam, daß hier ein Ort sey, 
welcher Beachtung verdiene, und ein Stein, der nicht zur Verwen¬ 
dung für Schwellen und Mauern zersprengt werden darf. Die Stadt 
Stralsund, welche, wen» ich nicht irre, Gutöherrschaft zu Quoliitz 
ist, würde sich ein großes und rühmliches Verdienst erwerbe», wenn 
sie durch ihre Fürsorge und Veranstaltung dem schönen Opfersteine 
bei Ouoltitz, der nun so viele Jahrhunderte überdauert hat, jene 
kleine Auszeichnung und Schmückung verleihen, und die deshalb 
entstehenden geringen Kosten nicht scheuen wollte. Wir bitten sie 
deshalb, auf diesen Wunsch gütige Rücksicht nehmen zu wollen, un¬ 
geachtet der vom Gutspächter vielleicht zu erwartenden Einwendungen. 
Ans Wittvw liegt auf Krongrund bei dem Dorfe Nobbin 
hart am Strande ein großes Hünengrab, mit Steinen eingefaßt, 
dessen Erhaltung nicht genug empfohlen werden kann, da es sich
	        

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