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Full text: Die große Wohltäterin

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IS. 
n der Schillerschule sollte endlich der allzulang hinaus- 
H geschobene Erweiterungsbau vorgenommen werden. 
Direktor Bojunga hatte soeben seinen Schülerinnen 
mitgeteilt, daß darum die Herbstferien um zwei Wochen 
verlängert würden. Andere Mädchen hätten wohl laut 
ihrer Freude Ausdruck gegeben. Hier regte sich keine Fröh 
lichkeit. Einzelne notierten ruhig den veränderten Termin 
des Schulbeginns — andere schoben mißmutig die Bücher 
hin und her. Sie sehnten eben das Abschlußexamen herbei. 
Wie leicht konnte es sein, daß auch dieses jetzt eine Ver 
schiebung erlitt. — Johanne Battmann nagte zornig an 
der Unterlippe. 
„Die kleine Mama ist ohnehin von dem elenden, langen 
Sommer kaput. Nun soll ich hier auch noch das bißchen 
freien Raum für so lange fortstshlen. Weißt du, Christa 
Hellriegel, mir geht eine ganze Mondscheinsonate auf. Wie 
wär's, wenn wir beide einfach hierbleiben. Stunden geben 
oder so was. Hättest du Lust?" 
Ein Zufall wollte, daß die milde, klare Scptembersonne 
voll auf Christa fiel. Förmlich herausgehoben erschien sie. — 
Unter ihrer feinen Haut stritten sich Wärme und Kälte. 
Die Falte auf der Stirn stimmte der Freundin zu. Die 
Augen verneinten. Es drängte sich ihnen allen auf, wie 
jammervoll dis unermüdliche Hellriegel aussah.
	        
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