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Buchschmuck

Ihren speziellen Charme erhalten mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften oft durch eine besonders liebevolle künstlerische Ausgestaltung. Die Universitätsbibliothek Rostock besitzt zahlreiche Handschriften, in denen sich an verschiedensten Stellen und zu ganz unterschiedlichem Zweck auffällige Illustrationen finden lassen, eine kleine Auswahl wird hier zur Verfügung gestellt.

Eine bemerkenswerte Musikhandschrift des 16. Jahrhunderts ist das Opusculum Cantionum des Schweriner Hofkapellmeisters Johannes Flamingus, das aus sechs Stimmbüchern besteht. Das Werk enthält eine lateinische Messe und 10 Motetten. Bei der Missa Nova - also der Neuen Messe - handelt es sich um eine Huldigungsmesse auf Herzog Johann I. Neben einer Widmung an den Herzog, die sich auf den Titelblättern aller sechs Stimmbücher findet, besteht der fünfte Teil (Quinta Pars) der Messe aus einem cantus firmus, der inhaltlich von dem üblichen Messtext abweicht und mit dem Text Vivat Johannes dux megapolensis in aeternum in ständiger Wiederholung das Lob des Herzogs singt. Die Stücke sind in weißer Mensuralnotation eingetragen, die Handschrift enthält Stimmbezeichnungen in roter Farbe, sowie an zahlreichen Stellen mehrstöckige und aufwändig ausgeführte Initialen, die oft mit Tiergestalten, Grotesken oder anderen Motiven geschmückt sind. 

Über das Leben von Johannes Flamingus ist nur wenig bekannt: 1565–1567 war er Gesangslehrer an der St. Pieters Kerk in Leiden. 1569 wird er das erste Mal in Schwerin erwähnt, 1571 beruft ihn Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg als Kapellmeister an seinen Hof, den er bereits 1573 wieder verlässt. 1573 ist er als Kantor in Zwickau nachweisbar.

Johannes Flamingus: Missa Nova im Opusculum Cantionum
Universitätsbibliothek Rostock: Mus. Saec. XVI-19

Metadaten und Digitalisate

METS
IIIF-Manifest

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Stundenbücher - also geistliche Werke für das private Gebet und die persönliche Andacht - hatten ihre Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert. Dieser Buchtyp lies sich sowohl in adligen und bürgerlichen Häudern finden als auch im kirchlichen Umfeld und war sehr häufig aufwändig und kostbar geschmückt und verziert. Mehr zum Typ "Stundenbuch" auch auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Stundenbuch

Bei der Rostocker Handschrift Mss. theol. 25 handelt es sich um ein Stundenbuch aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Wo genau es entstanden ist, ist unsicher, aber möglicherweise wurde das Manuskript in Brügge geschrieben. 1819 wurde die Handschrift von Friedrich Franz I., Großherzog von Mecklenburg als Geschenk an die Universitätsbibliothek Rostock übergeben. Vermutlich gehört sie zu den Stücken, die der Dresdner Graveur und Kunstsammler Johann Carl Engel auf einer Auktion erworben und 1817 an Friedrich Franz I. verkauft hat. Die Handschrift enthält auf 105 Blättern ein Kalendarium sowie Fürbitten, Gebete, Psalmentexte sowie ein Marien- und ein Totenoffizium, bei dem mit religiösen Texten und Liedern an verstorbene Personen erinnert wird. Die einzelnen Abschnitte beginnen mit Illustrationen mit Goldrahmen, die oft die ganze Seite einnehmen und von Zierleisten mit Pflanzen- und Fruchtmotiven umgeben sind. 

Stundenbuch
Universitätsbibliothek Rostock: Mss. theol. 25

Metadaten und Digitalisate

METS
IIIF-Manifest

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