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Genealogien aus dem Hause Tribbevitz und zugehörigen Zweigen. 147
gegen die Franzosen, ebenso löste er dann am 30. Nov. desselben Jahres die störrische
sogenannte „Landesversammlung" mit fester Hand auf.
Sein Eintritt in das Ministerium am 25. Juli 1801 zeigte sich bald sehr werthvoll durch
eine abermalige diplomatische Sendung am 25. Oct. 1801 nach Paris, wo er den Vertrag
mit Frankreich abschloss, durch welchen Württemberg ansehnliche Landstriche als Ent¬
schädigung erhielt, welche unter dem Namen „Neu-Württemberg" im Jahre 1802 von dem
nunmehrigen Staatsminister v. N. persönlich verwaltet wurden.
Auch in Regensburg hatte er früher als Subdelegirter Württembergs bei der Reichs¬
deputation zu der Ertheilung der Churwürde mitgewirkt, wofür ihn der Churfürst nicht
nur mit dem grossen Orden, sondern auch durch Belehnung mit zwei auf der Rauhen Alp
liegenden Höfen: Ehrenfels und Massholderbuch als Mannlehen auszeichnete.1)
Er hatte nunmehr durch den Churfürsten Friedrich den Beinamen „Ehrenfels" erhalten
und trat am 7. Mai 1803 in das neu errichtete Ministerium ein. Am 10. Januar 1804 wird
er zum Vicepräsidenten des Geheimen Rathes ernannt und im Dez. 1806 gelingt es ihm,
in einem Vertrage zu Brunn mit Frankreich die Königswürde für Württemberg zu erhalten
und wird hiefür am 1. Januar 1806 in den erblichen Grafenstand des Königreichs erhoben.
Nunmehr, von so mannigfachen Arbeiten und Bürden erschöpft, die er in jenen stürmischen
Zeiten zu tragen hatte, blieb er auch ferner seiner Wappendevise treu: „Tu ne cede malis
sed contra audientior ito", kränkelte aber seit 1808 immer mehr, so dass König Friedrich
ihm endlich am 7. Juni 1812 in Gnaden den verdienten Ruhestand bewilligte.
Staatsminister Graf v. Normann-Ehrenfels lebte von da ab seiner Familie, verbesserte
seine Güter und verkehrte mit bewährten Freunden in trautem Kreise und geistreicher
Unterhaltung, bis ihn, schon recht leidend, der Tod am 26. Mai 1817 zu Tübingen
/- überraschte.
Mit seiner Gattin, Freiin Franziska v. Harling, f 1819, hatte er in glücklichster Ehe
die Freude, 15 Kinder zu besitzen, von denen ihn neun überlebten, darunter 3 Töchter.
Seine Gattin war in Ludwigsburg geboren den 9. Juli 1766, wo sie auch sich mit ihm am
9. März 1782 verehelichte. Die Töchter waren: 1) Henriette, geboren den 13. Jan. 1786,
vermählt 1815 mit dem Oberforstmeister Carl Ludwig Freiherrn v. Gaisberg-Schoeckingen
(geb. 1777, f x838). 2) Caroline, geboren den 13. November 1789, vermählt a) mit dem
K. württ. Major Freiherrn v. Wiederhold (f 1809); b) mit dem K. württ. Kammerherrn und
Oberst Freiherrn v. Lützow. 3) Dorothea, geboren den 9. Nov. 1795 zu Stuttgart, Ex-
spectantin des adligen Fräuleinklosters zu Barth in Pommern und f November 1813 in
Folge Starrkrampfes durch einen Holzsplitter im Daumen. 4) Mathilde, geboren den
3. Dez. 1798, vermählt im Mai 1814 mit Herrn Schulthes v. Hammerstein, K. K. östr.
Offizier, einem geborenen Schweizer. 5) Charlotte, geb. d. 13. Sept. 1804, welche Chur¬
fürst Friedrich und seine Gemahlin Charlotte aus der Taufe gehoben hatten, aber jung
starb. Der Staatsminister Graf v. Normann-Ehrenfels wurde seiner Zeit auf dem Kirch»
hof zu Tübingen beigesetzt.
No. 31a. Friedrich Wilhelm, des Christian Friedrich (No. 17) zweiter Sohn aus der zweiten Ehe,
dessen seither nur in den Familienacten des ersten Grafen v. N.-E. Erwähnung geschah
und in den Denkwürdigkeiten desselben von Herrn Archivrath Freiherrn Roth v. Schrecken¬
stein, Seite 275, Stuttgart 1891, Aufnahme gefunden hat, ist geboren im Jahre 1761 zu
Neuwedel, diente als Cornet, Lieutenant und Rittmeister im Husarenregiment „Belling" in
Zannow bei Cöslin (Hinterpommern), und war durch Verwendung des Vaterfreundes, des
K. pr. Generals Carl Ludwig v. N. (Jarnitz No. 75), in die Pagerie gekommen, wo er eine
') Ehrenfels mit Schloss, Besitz eines alten Rittergeschlechts „v. Ehrenfels", liegt im Oberamt Münsingen
Massholderbuch desgl., aber etwas nördlicher.

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