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Oo natürlich, ja unumgänglich es scheint, die regelmäßigen Resultate,
welche beym Vermischen färbender Materialien uns in die Augen fallen,
an den Theorieen des Lichts, oder der Entstehung der Farben, zu vergleichen
und zu prüfen, und eine Lehre, einen wissenschaftlichen Unterricht für
den Mahler, von den Theoremen oder Hypothesen herzuleiten, aus welchem
demnächst fruchtbare Regeln erwachsen könnten, so ist doch bekannt, wie
hülflos den Künstler die aufgestellte Wissenschaft gelassen hat, wenn die
bestehenden Verhältnisse farbiger Substanzen Wirkungen erzeugten, die
aus der blofsen Brechung des Lichtstrahles nicht zu erklären waren.
Wenn erwogen wird, wie neben einer richtigen Erkenntnifs der
Formen des menschlichen Cörpers, und ihrer Maafsverhältnisse, dem Mahler
auch die Einsicht in die Perspectiv vonnöthen ist, wodurch Gröfse und Ort
in Hinsicht ihrer Erscheinung den Gestalten bestimmt wird; nicht weniger
die Kenntnifs von der Richtung der Lichtstrahlen, so wie ihrer Brechuno- und
Zurückwirkung, damit es möglich werde, die Gegenstände rund, und in
einem räumlichen Verhältnifs erscheinend, darzustellen: so gesellet sich
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520 Se 319 Universitätsbibliothek Greifswald