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585 NZ 30431-82/86 
Universitätsbibliothek Greifswald 
Zar Lage des Olden Klosters bei Usedom 
von Arthur Behrr' 
Über die Auffassung der Pudaglaer Mönche des 15. Jahrhunderts zur Lage Grobes * 1 und des Ma 
rienbergs 2 geben zwei Urkunden von 1421 bzw. 1423 sowie die unter Abt Heinrich IV (1394-1434) 
angelegte Klostermatrikel Auskunft. 
1421 bestätigt Herzog Bogislaw IX in seinem Privilegium für das Kloster Pudagla, daß dieses 
Kloster nach den ihm vorgelegten Urkunden von Herzog Ratibor und seiner Gemahlin Pribislawa 
im Jahre unseres Herren 1150 zu Grobe in dem Land zu Usedom gestiftet und von Bischof Adalbert 
geweiht und bestätigt worden sei und nach nicht langer Zeit, also in dem Jahre der Menschheit un 
seres Herrn 1184, von Herzog Bogislaw an seine Stätte zu dem alten Kloster bei Usedom verlegt 
und lange danach bei eines Herzogs Bogislaw und seines Sohnes Wartislaw Zeiten, also im Jahre der 
Gnade 1309, in die Stätte zu Pudagla wo es nun liege, verlegt worden sei 3 4 . 
1423 bekundet Bischof Magnus von Kammin daß das Kloster Pudagla 1150 vel quasi in Grobe 
zu Ehren der hll. Maria und Godehard durch Fürst Ratibor und seine Gemahlin Pribislawa gegrün 
det und durch den ersten pommerschen Bischof Adalbert geweiht worden sei. Darauf habe Herzog 
Wartislaws Sohn Bogislaw I der seinem Oheim Ratibor in der Herrschaft gefolgt sei, den Ort deso- 
latum vorgefunden, mit Prämonstratensern aus der Havelberger Diözese (ecclesia) besetzt und spä 
ter nach dem Mons St Marie bei Usedom verpflanzt, wo noch eine Kapelle des Alten Klosters stehe, 
das Kloster sub patrocinio b. Marie sanctorumque Sabini et Godehardi episcoporum 1184 errichtet 
und seinen Sohn Wartislaw dort begraben. Im Jahre 1309 sei dann das Kloster an den bequemeren 
Ort Pudagla (Pudglowe) verlegt worden, wo es sich noch befinde sub patrocinio sanctae trinitatis 
sancteque Marie. Da nun der Ort Grobe so verlassen und verödet sei, daß sich kaum eine Spur mehr 
finde und die Seelen der Verstorbenen debitis suffragiis betrogen würden, so bestimmt er, daß der 
Ort Grobe sancte Marie, wo das Kloster zuerst gestanden habe, seiner früheren Bestimmung durch 
Gründung einer Kapelle zurückgegeben werde, die den hll. Maria und Godehard wie früher, und 
außerdem ex certis causis dem hl. Faustinus geweiht werden solle, und verheißt den Besuchern und 
Unterstützern der Kapelle 40 Tage Ablaß und 1 Karene und erneuert die früher dem Grobe sancte 
Marie verliehenen Indulte. Datum in Castro Uznem .. 
Die Klostermatrikel gibt in ihrer Vorrede an, daß das Kloster in Grobe fundatum und prope 
Uznem translatum worden sei 5 . Im Ortsregister werden für die Gründung in Grobe das Jahr 1150 
und für die Verlegung auf den Mons sancte Marie bei Usedom das Jahr 1184 genannt 6 , wofür die Ur 
kunden von 1177 und von 1184 als Quellen angegeben werden 7 . 
Die Pudaglaer Mönche sind also eindeutig der Ansicht, daß ihr Kloster bereits 1184 von seiner 
Gründungsstätte in Grobe auf den Marienberg verlegt worden sei. Die Stätte, der Marienberg der 
Klostertradition, bei Usedom an der ihr Kloster bis zu seiner Verlegung nach Pudagla stand, wird 
Schriftliche Fassung eines am 21. April 1995 in Usedom auf der 3. Arbeitstagung »Usedom« der Historischen 
Kommission für Pommern gehaltenen Vortrages. 
1 Pommersches Urkundenbuch, Band I. Neubearbeitung, Köln und Wien 1970 (PUB I), Nr. 48. 
2 PUB I, Nr. 96 und 106. 
3 Matrikel des Klosters Pudagla (Pud. Matr.), Vorpommersches Landesarchiv Greifswald (VpLa) Rep.40, Nr.30. 
4 Originalurkunden des Klosters Pudagla. VpLA Rep. 1 Pudagla Nr. 202. Die Ausstellung der Urkunde in Usedom 
und besonders ihr Inhalt zeigen, daß die betreffenden Örtlichkeiten aufgesucht worden sind. 
5 Pud. Matr. fol. II. 
‘ Ebenda fol. IV. 
7 PUB I, Nr. 72 und 96.
        

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