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Universitätsbibliothek Greifswald 
585 NZ 30431-63/66 
Hans Koeppen 
1913-1977 
Am 13. Juni 1977 ist in Kassel der Leiter des Staatlichen Archivlagers Göttingen, 
Archivdirektor Dr. Hans Koeppen, gestorben. Noch vor einem Jahr schien er auf eine 
weite Zukunft zu blicken. Eine 1972 eingegangene zweite Ehe schenkte ihm nach schweren 
Jahren zunehmend innere Ruhe und Ausgeglichenheit, und ein neubezogenes Haus in 
Kassel sollte die erhofften Jahre gemeinsamen Lebens verschönern und im bevorstehenden 
Ruhestand zu wissenschaftlichem Arbeiten anregen. Ein Leiden, das lange im Hintergrund 
gedroht hatte, ließ diese Hoffnungen Ende September 1976 jäh abbrechen. Abgebrochen 
sind damit auch Koeppens wissenschaftliche Arbeiten. Mit dem Register zu Band 4 der 
«Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens bei der Kurie» war er noch 
beschäftigt, bis die Qualen seiner Krankheit übermächtig wurden. 
Hans Koeppen war Pommer, auch wenn er am 22. August 1913 in Mayen in der Eifel 
geboren wurde. Seine Mutter stammte aus Velgast (Vorpommern), sein Vater war Stralsun- 
der, und in Stralsund ist dann auch Hans Koeppen aufgewachsen, dort hat er das humani 
stische Gymnasium besucht, seiner Heimatstadt galt das Thema seiner Dissertation «Füh 
rende Stralsunder Ratsfamilien», mit der er 1938 bei Adolf Hofmeister in Greifswald 
promovierte. Auch später hat er über Stralsund wissenschaftlich gearbeitet: Einen Aus 
schnitt aus einer umfangreicheren Darstellung bildet sein Beitrag «Gewerbe, Beruf, Stand 
und Volkstum im Spiegel der mittelalterlichen Straßennamen von Stralsund» zur Fest 
schrift für Adolf Hofmeister (1956). Krieg und Nachkriegszeit haben ihn von Pommern 
weggeführt. Als er 1950 aus langer russischer Gefangenschaft zurückkehrte, begann er 
zunächst als Archivar in Lüneburg Entscheidend wurde für ihn, daß er 1953 an das 
Staatliche Archivlager kam, ein Auffangbecken vom Kriege versprengter Archivbestände. 
Dessen Hauptteil, die geretteten Kernbestände des Königsberger Archivs, fesselten nun 
immer mehr sein Interesse sowohl als Archivar wie als Wissenschaftler. Sie bildeten die 
wichtigste Quelle seiner großen Editionen: Bd. 3,2 und Bd. 4 des Preußischen Urkunden 
buchs (1958 und i960) und der Berichte der Generalprokuratoren, deren zweiter und 
dritter Band (1960-1966) ganz von ihm stammen. Doch schwand Pommern nicht aus 
seinem Blickfeld: Bis zu seinem Tode gehörte er dem Vorstand der Historischen Kommis 
sion für Pommern an. Er hat an der Fertigstellung von Bd. 8 des Pommerschen Urkunden 
buchs mitgewirkt, und von seiner Absicht, die folgenden Bände herauszugeben, zeugt eine 
große Zahl von Abschriften seiner Hand. Andere Aufgaben nahmen die Zeit zur Ausfüh 
rung, so daß die sichtbaren Ergebnisse dieser Arbeiten gering blieben. Seit 1962 leitete 
Koeppen das Staatliche Archivlager, von 1965 bis 1974 war er dazu auch 1. Vorsitzender 
der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung. 
Es sind viele, die gute Erinnerungen an ihn bewahren, nicht zuletzt die Erinnerung an die 
Großzügigkeit, die ihnen bei der Benutzung des Archivs begegnete. In Koeppens Wesen 
traf man auf manche Gegensätze: Wer ihn bei lauter Radiomusik intensiv arbeiten sah, wer 
wußte, daß er zeitweise Wochenende um Wochenende der Verzeichnung von Archivalien 
opferte, der hörte erstaunt, wie er Urlaubszeiten zu genießen verstand, aus denen er 
braungebrannt und erholt zurückkehrte. Man konnte ihn als sparsam, ja ängstlich vor 
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