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Universitätsbibliothek Greifswald 
Gregor Kosenbauer und Stettin 
Von Else Mögelin 
Am 27. Juni 1966 starb Gregor Rosenbauer Er war 1923 nach Stettin gekommen. Dort 
war er mit der Umorganisation einer Berufsschule in eine Kunstgewerbeschule betraut 
worden, die er bis 1934 leitete. Er wurde entlassen, da er sich weigerte, „^“-Erziehungs 
methoden in seiner Schule einzuführen. In den Jahren, in denen er die „Werkschule für 
gestaltende Arbeit“ leitete, sind die künstlerischen, wie die menschlichen Impulse und 
Ausstrahlungen, die von seiner Persönlichkeit ausgingen, nicht nur für die Schule, son 
dern darüber hinaus für das gesamte kulturelle Leben Stettins wirksam gewesen. Als 
Architekt hat er in seinem Wirken über Stettin hinaus in Pommern durch eindrucksvolle 
eigenwillige Bauten und beratende Teilnahme an Planungen neue Wege gezeigt. 
Ich möchte versuchen, einen Überblick über sein Leben und ein Bild seiner Persönlichkeit, 
unterstützt von Worten seiner Mitarbeiter, Schüler und Freunde, zu entwerfen, denen er 
viel gegeben hat und die ihn nicht vergessen werden. 
Gregor Rosenbauer wurde am 16. Dezember 1890 in Limburg/Lahn geboren, lernte nach 
Abschluß des Realprogymnasiums im väterlichen Betrieb das Tischlerhandwerk und ging 
1907 bis 1908 an die Technische Hochschule in Darmstadt Ein praktisches Jahr bei den 
Architekten Dietler und Schmid in Freiburg i. Br. und eine Studienreise nach Westfrankreich 
erweiterten den Gesichtskreis. 1909 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Frankfurt/Main 
1911 war der junge Rosenbauer persönlicher Schüler des Direktors und Lan 
deskonservators Prof. Ferd. Luthmer. Er gewann alle Schulwettbewerbe und war Preis 
träger städtischer Wettbewerbe (für einen Musterfriedhof, eine Straßenbahnhaltestelle 
und einen Kirchenbau). Als 21jäbriger trat er die erste selbständige Stellung in Neumünster-Kiel 
bei dem Architekten Hans Ross an und wurde schon dort mit ganz selb 
ständigen Arbeiten betraut. Eine Studienreise nach Dänemark folgte. 1912 wurde er 
Preisträger im Wettbewerb „Werdandibund“ (Wohnhäuser, ausgestellt auf der Bauaus 
stellung Leipzig 1913). 1913-14 finden wir ihn als ersten Architekten in Hamburg bei 
G Henry Grell Architekt BDA (Wettbewerb Krankenhausbau Eppendorf). 1914 unter 
brach der 1. Weltkrieg seine Laufbahn. Als er als Leutnant 1918 verwundet zurück 
kehrte, machte er sich in seiner Heimatstadt Limburg als Architekt selbständig. Von dort 
aus wurde der nun fast Dreißigjährige zum Atelierchef bei Prof. Peter Behrens Neubabelsberg 
und Wien berufen. Damit begann für ihn die wesentliche Zeit der verant 
wortlichen Bearbeitung großer und größter Bauprojekte, z. B. Bebauungsplan Neusalz- 
Schlesien und „Beamtensiedlung Othmarschen“ der Deutschen Werft Hamburg Groß 
lagerhaus der „Gutehoffnungshütte“ Oberhausen, Technisches Verwaltungsgebäude der 
Farbwerke Hoechst, Entwurf für das Verwaltungsgebäude der Rombacher Hütte, Ober 
hausen, Entwurf einer Messehalle in Leipzig für die DEMAG, Vorentwurf für die Um 
gestaltung des Auswärtigen Amtes, Wilhelmstraße Berlin 
Unter der Führung von Peter Behrens diesem Wegbereiter moderner Architektur, wurde 
Rosenbauer nicht nur mit der Leitung verschiedener Baubüros betraut, er konnte sich 
unter diesem großzügigen Mann auch zur selbständigen Persönlichkeit entwickeln. Beh 
rens ließ ihn „machen“. Rosenbauer erzählt, daß Peter Behrens ihn freizügig Entwürfe 
entwickeln ließ, daß er, was ihm gut schien, in seine Aktentasche packte und es in 
Höchst oder bei der Gutehoffnungshütte als die Lösung vorlegte, die nur so und nicht 
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