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Lob-Spruch des weitberühmten ... Gersten-Biers Kniesenack

Encomium oder Lob-Spruch des weitberühmten, gesunden, kräftigen und wohlschmeckenden Gersten-Biers Kniesenack genannt, Welches im Mecklenburgischen Lande zu Güstrow seinen Ursprung bekommen, und anitzo daselbst gebrauet wird ...

Kniesenack (Historische Bibliothek Güstrow Highlights)

Über die Entstehung des Namens ist nichts bekannt – bedeuten könnte es in etwa „Fürstenbier“ vom slawischen "Knäs" (Herr) und "nack" (Bier). Es wird als starkes, kräftiges, vermutlich obergäriges Bier bezeichnet, das rein aus Gerste gebraut wurde. Das Malz soll gut geröstet und nicht zu fein gemahlen gewesen sein. Also ein "Braunbier", lange gelagert, schwach gehopft und trübe.

Güstrow war durch sein Kniesenack-Bier schon im Mittelalter weit über seine Grenzen hinaus bekannt; an den Höfen galt das Kniesenackbier als Luxusartikel, da es aufwendig herzustellen und entsprechend teuer war. Das Bier wurde in der Stadt in einem Haus am Markt gebraut. Zum 19. Jahrhundert eingestellt, soll es zwei „Wiederbelebungsversuche“ Mitte und Ende des 19. Jhd. gegeben haben, aus deren letzterem die spätere Kniesenack-Brauerei in der Straße Am Berge hervorging, die es noch zu DDR-Zeiten gab.

Im wiedergegebenen Ur-Text werden dem Bier eine aphrodisierende Wirkung, sowie der eines Potenzmittels nachgesagt, eine magenstärkende, appetitanregende sowie generell stärkende Wirkung und sein wirtschaftlicher Nutzen hervorgehoben; während der Herausgeber der Neuauflage nur für die Aufforderung des Urtextes, das Bier in geringen Maßen zu genießen, Zustimmung übrig hat, es ansonsten zusammenfasst: „der Kniesenack ist die Circe die aus vernünfftigen Menschen unvernünfftige Thiere machet.“

Encomium oder Lob-Spruch des weitberühmten,...

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